Von Cancún nach Bacalar

(für die Bilder ganz nach unten scrollen)

Die ersten Tage sind vorbei geflogen und waren voll von vielen schönen Momenten. Meine Ankunft um Mitternacht in Cancún, dessen Flughafen sich leider ziemlich außerhalb der Stadt befindet, erwies sich als als etwas holpriger Start. Der letzte Bus in die Stadt fährt schon vor Mitternacht und mit dem letzten Bus fährt auch die letzte Möglichkeit günstig in die Stadt zu kommen. Gleich bei der Ankunft erlebte ich dann, die mir in einer Hass-Liebe-Beziehung stehende, alt-bekannte, natürliche Handelsgeschäftigkeit junger Lateinamerikaner. Nach langem verhandeln und langem Hin und Her durfte ich die teuerste Taxifahrt meines Lebens genießen. Schon aber nach den ersten Minuten der Fahrt vergaß ich schon fast die Abzocke und blickte voller Freude auf das rege Treiben auf den Straßen, die farbenfrohen Häuser und die am Straßenrand in Massen gepflanzten Palmen. Das Hostel hab ich mir stetegisch klug genau am Busbahnhof ausgewählt, da Cancún nur ein Zwischenhalt war. Am nächsten Morgen, ging es nach einem leichtem Frühstück mit viel Kaffee mit dem Bus direkt nach Tulum. Die Touristenhochburg ‚Playa Del Carmen‘ ersparte ich mir, denn es hieß dass dieser Ort so etwas wie der Ballermann auf Mallorca sei und mir meine 2013 zwei Wochen Ballermann fürs Leben reichen. Die Fahrt nach Tulum war wenig spektakulär, die Straßen waren in hervorragendem Zustand und auch die Klimaanlage war ausnahmsweise nicht auf 16 Grad runtergestellt. Für Tulum hatte ich mir schon in Cancún ein Hostel für 2 Nächte reserviert und wollte je nach Verlangen länger bleiben oder Richtung Süden weiterziehen. Tulum ist ein wirklich sehr schöner Ort voller Märkte, Ständen und Restaurants. Die lokale Bevölkerung ist extrem freundlich und ich fühlte mich direkt wohl. Tulum ist allerdings ziemlich touristisch und etwas überlaufen. Fast die komplette Küste vom Bundesstaat Quintana Roo ist zugebaut mit Hotels und Resorts. An fast jeder Cenote werden Eintritte verlangt und die Preise für Essen können durchaus die europäischen Preise übertreffen. Man merkt, dass der Tourismus boomt, denn in Tulum gibt es überall Baustellen, Strassenarbeiten und Rodungen von Wäldern um irgendwelche künstlichen tropischen Baumhaushotels zu errichten und diese dann als nachhaltige Alternative hoch zu preisen. Absolutes Highlight in Tulum ist der Strand. Er ist genau so wie man sich einen paradiesischen Strand an der Karibik vorstellt. Durch die verschiedene Ablagerungen am Meeresboden ist allein der Anblick der vielen Farben des Meeres ein Träumchen. Etwas weiter nördlich vom Strand befinden sich die Ruinen von Tulum. Hier empfehle ich dringend morgens früh schon anzukommen, da Tulum nicht unbekannt ist und am frühen Mittag zahlreiche Touristenbusse ankommen. Als ich um 9:15 am Ticketschalter stand, waren nur 2 Personen vor mir in der Schlange. Als ich dagegen um 10:45 wieder aus dem Park ging, war die Anstehschlange unglaublich lang und ohne Schatten. Die Ruinen in Tulum sind wirklich etwas sehr besonderes, da es keine andere Mayastadt dieser Art direkt an der Küste gibt. Am Nachmittag ging ich zu einem sehr lokalem Fischrestaurant, 16km von Tulum entfernt und hatte auch meine erste Erfahrung in einem Collectivo, da ich so etwas aus Costa Rica und Kolumbien noch nicht kannte. Collectivos sind generell immer überfüllt und der Fahrer fährt als hätte er seinen Führerschein bei GTA gemacht. Nach fantastischem Speis und Trank trempte ich zurück in die Stadt. Leider ging mir dabei mein Handy verloren und am nächsten Tag besorgte ich mir ein wunderbar schlechtes 90€ Smartphone um Reservierungen zu machen, die Route planen und um Kontakt zu Europa haben zu können. Also nicht wundern wenn ich keine Nachrichten beantworte und nicht mehr zu erreichen bin. Die neue mex. Nummer für WhatsApp ist: +52 1 998 212 0230. Bitte nicht anrufen, sonst geht ein gewisser Filipe dran, der mir seine Nummer für die Aktivierung von WhatsApp gab, da er selber kein Smartphone hat. Kurz nachdem ich merkte, dass Handy weg ist, hatte ich eine wunderschöne Begegnung mit einem jungen Mexikaner, die so besonders war, dass ich sogar froh darüber war das Handy verloren zu haben, weil ich ihn sonst nicht kennengelernt hätte. Mehr darüber erzähle ich sehr gerne privat.

Für den nächsten Tag war die Besichtigung der Ruinen in Coba und einiger Cenotes geplant, da mir aber alles zu touristisch und überlaufen vorkam, nahm ich am Vormittag den Bus nach Bacalar und verabschiedete mich vom Chill Inn Hostel, welches sehr, sehr alternativ ist, sprich es wird überdurchschnittlich viel Mariuana konsumiert. Vielen Gästen, wie mir ging es etwas auf die Nerven und so war dies ein weiterer Grund meinen Aufenthalt in Tulum nicht zu verlängern.

Bacalar begrüßte mich mit leichtem Regen und einer wunderschönen Lagune. Ich folgte einigen Backpackern zu ihrem Hostel „Yak“, in der Hoffnung auch einen Platz zu bekommen, da ich keine Reservierung hatte. Das Hostel war ziemlich krass: direkt an der Lagune gelegen, mit eigenem Steg, eigener Bar, etc. Aber dieser Ort war nicht für mich bestimmt. Auf der offline Karte entdeckte ich nicht weit von dem Hostel einen Zeltplatz und machte mich auf den Weg dorthin. Unterwegs hatte ich noch eine tolle Begegnung. In Bacalar gibt es wie an vielen Orten in Mexiko eine mennonitische Gemeinde. Das sind deutschstämmige Siedler die wie im 18. Jahrhundert leben. Auf dem Weg zum Zeltplatz lernte ich einen mennonitischen Vater und seinen Sohn kennen. Beide waren in traditioneller Kleidung und weißer Haut. Die Kutsche mit Pferden war nicht weit entfernt. Der Junge verkaufte mir für 10 Pesos (40 Cent) selbstgebackene Kekse und ich ging meinen Weg weiter zum Zeltplatz. Wider meinem ersten Eindruck war der Zeltplatz echt eines der Highlights in Bacalar. Hier campierten Hippies, Deutsche, Italiener, Mexikaner, Kolumbianer und Aussteiger zusammen. Schlafen war allerdings so eine Sache: wenn die Hunde nicht gerade bellen, macht es der Verkehr einem ziemlich schwer durchgehend zu schlafen.

Ein anderes Highlight war das Essen in Bacalar. Ich hatte noch nie größere, fettigere, in Mayonnaise fast badende Empanadas gehabt und dass zu einem Preis von 1,10€. Natürlich ist auch die Lagune von Bacalar ganz schön. Da sagen allerdings Bilder mehr als Worte.

An einem Tag gingen Ferhat, ein Deutsch-Kasache, der mein Reisepartner für die nächsten Tage werden wird, zur Cenote Azul. Diese ist mehr als 80m tief und lädt gerade zu zum Tauchen ein. Später am Tag beschlossen wir nicht über Belize nach Guatemala zu fahren, sondern die Mayaruinen vom Calakmul zu besichtigen, die ehemals zweitgrößte Stadt im Reich der Maya und dann über eine kleine Grenze nach Guatemala. Doch dazu später mehr.

Gereist wurde mit: Bussen, Collectivos, Taxis, bin aber auch insgesamt 250 km getrampt oder wurde mitgenommen.

Das Essen ist: fettig und ungesund. Empanadas, Tortas, Quesadillas, Tacos. Viel Fleisch, viel Maismehl, viel Käse. An einem Tag ernährten sich Ferhat und ich jeweils von 10 Empanadas. Das war zu viel.

Das Trinken ist: Herrlich! Jedenfalls die frischgepressten Säfte! Das mexikanische Bier schmeckt nicht. Ansonsten trinken wir nur Coca-Cola. Die Getränke haben meistens alle min. 20g Zucker auf 100ml.

Die Menschen sind: Ultra-freundlich, immer auf Geschäfte aus, sprechen kein Englisch, sehr kommunikativ.

Das Wetter ist: leider sehr bewölkt und regnerisch. Die Sonne scheint max. einen Tag lang und dann ist es wieder 2 Tage bewölkt.


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